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Dokumententyp: Tutorium
Von NI unterstützt: Ja
Veröffentlichungsdatum: 26.08.2008


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PXI: die Standardplattform für computerbasierte Messgeräte

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Übersicht

Der Leitfaden Entwicklung von Prüfsystemen der neuesten Generation ist eine Sammlung von Whitepapers, die Sie bei der Entwicklung von Prüfsystemen unterstützen sollen, die Ihre Kosten senken, den Prüfdurchsatz erhöhen und an künftige Anforderungen angepasst werden können. Dieses Whitepaper geht im Detail auf die PXI-Plattform ein. Der gesamte Leitfaden (120 Seiten) kann auf ni.com/automatedtest heruntergeladen werden.

Einleitung

Die Spezifikation von PCI eXtensions for Instrumentation (PXI) definiert eine robuste, PC-gestützte Plattform für Mess- und Automatisierungssysteme. PXI kombiniert die Leistungsmerkmale des elektrischen Busses PCI mit dem solide konstruierten, modularen CompactPCI-Chassis im Eurocard-Format und ergänzt diese durch mit für die Synchronisation konzipierten Bussen und bedeutenden Softwaremerkmalen. PXI ist eine äußerst leistungsfähige und zugleich kostengünstige Plattform für Mess- und Automatisierungssysteme. Daher findet sie nicht nur Einsatz bei Produktionsprüfung, Maschinenüberwachung und industriellen Tests, sondern auch in den unterschiedlichsten Bereichen wie Verteidigungswesen, Luft- und Raumfahrt und im Automobilbereich.

PXI, das im Jahr 1997 entwickelt und 1998 auf den Markt gebracht wurde, wurde als offener Industriestandard eingeführt, um den stetig wachsenden Anforderungen an komplexe Messsysteme gerecht zu werden. Heute obliegt PXI der PXI Systems Alliance (PXISA), einem Konsortium von mehr als 70 Mitgliedsunternehmen, die dafür Sorge tragen, dass der PXI-Standard weiter vorangetrieben, Interoperabilität gewährleistet und die PXI-Spezifikation weiter gepflegt wird. Weitere Information zur PXISA sowie zur PXI-Spezifikation erhalten Sie unter www.pxisa.org.

Hardwarearchitektur

PXI-Systeme bestehen aus drei grundlegenden Komponenten: Chassis, Controller und Peripheriemodule.

 


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Abb. 1: Ein Standard-PXI-Chassis mit acht Steckplätzen beinhaltet einen Embedded-System-Controller und sieben Peripheriemodule.

PXI-Chassis

Das PXI-Chassis dient als solides, modulares Gehäuse für das System. Die Gehäuse sind in den Größen 3U und 6U erhältlich, wobei sie in der Regel Größen von vier bis hin zu 18 Steckplätzen umfassen. Sie sind auch mit besonderer Funktionalität verfügbar, wie etwa mit Gleichstromquellen und integrierter Signalkonditionierung. Zudem verfügen diese Chassis über eine hoch leistungsfähige PXI-Backplane, die den PCI-Bus sowie zusätzliche Timing- und Trigger-Busse beherbergt. Durch deren Einsatz lassen sich Anwendungen realisieren, die präzise Synchronisation erfordern.

PXI-Controller

Laut Definition der PXI-Hardware-Spezifikation ist der Steckplatz ganz links außen (Slot 1) bei allen PXI-Chassis für den System-Controller reserviert. Controlleroptionen beinhalten die dezentrale Kontrolle über einen Desktop-PC, einen Workstation, einen Server oder einen Laptop und leistungsfähige Embedded-Controller mit Windows 2000/XP oder einem echtzeitfähigem Betriebssystem (LabVIEW Real-Time).

Dezentrale PXI-Controller
Es gibt zwei Arten dezentraler PXI-Controller:

  • Steuerung von PXI-Systemen über den Laptop
  • Steuerung von PXI-Systemen über den PC

Steuerung von PXI-Systemen über den Laptop
Mithilfe der zwei Schnittstellenkits ExpressCard MXI (Measurement eXtensions for Instrumentation) und PCMCIA CardBus kann der Anwender PXI-Systeme direkt vom Laptop aus steuern. Beim Booten erkennt der Laptop dann alle Peripheriemodule im PXI-System als lokale PCI-Geräte. Mithilfe der ExpressCard MXI lässt sich das PXI-System mit einem kontinuierlichen Durchsatz von bis zu 214 MB/s steuern.



Schnittstellenkit ExpressCard MXI


Schnittstellenkit PCMCIA CardBus
Abb. 2: Steuerung von PXI-Systemen über den Laptop

Anwender können jetzt die Vorteile mobiler PXI-Systeme für Anwendungen wie Feldtests, Datenprotokollierung am und im Fahrzeug, NVH- und zerstörungsfreie Ultraschalltests dank der möglichen Steuerung von PXI-Systemen über den Laptop nutzen. Für die dezentrale Steuerung eines PXI-Systems eignen sich alle mit ExpressCard MXI oder mit PCMCIA CardBus kompatiblen Laptops. Erfahren Sie mehr zur Steuerung von PXI-Systemen über den Laptop.

Steuerung von PXI-Systemen über den PC

Mithilfe der MXI-Express- und MXI-4-Schnittstellenkits können Anwender PXI-Systeme direkt vom Desktop-PC, der Workstation oder von Servern aus steuern. Beim Booten erkennt der Rechner dann alle Peripheriemodule im PXI-System als lokale PCI-Geräte.

 


Abb. 3: Eine dezentrale Steuerung mit MXI-Express mit zwei Anschlüssen sorgt für eine simultane Steuerung zweier PXI-Chassis. Der Durchsatz beträgt dabei insgesamt 160 MB/s.


Wird MXI-Express eingesetzt, kann das PXI-System mit einem kontinuierlichen Durchsatz von bis zu 832 MB/s gesteuert werden. Das MXI-Express-Schnittstellenkit mit zwei Anschlüssen ermöglicht die gleichzeitige Steuerung von zwei PXI-Systemen von einem PC aus.


Abb. 4: Die dezentrale Steuerung mit MXI-4 erlaubt die Steuerung von PXI-Systemen mit einem oder mehreren Chassis über den PC.

 

Im Lieferumfang des MXI-4-Kits sind kostengünstige Kupfer- bzw. Glasfaserkabel enthalten. Diese Kabelverbindungen sind für Systeme geeignet, bei denen sowohl elektrische Isolierung benötigt wird als auch weite Strecken überbrückt werden müssen. MXI-4 ermöglicht Anwendern die Erstellung von PXI-Systemen bestehend aus mehreren PXI-Chassis für Anwendungen, bei denen eine hohe Kanalanzahl erforderlich ist (siehe Abb. 4). Mittels einer MXI-4-Verbindung können mehrere Chassis entweder hintereinander oder in Sternform konfiguriert werden. Weiterführende Informationen zur Anordnung von Chassis in einem Multichassis-System vermittelt das Handbuch zur MXI-4-Serie. Für die dezentrale Steuerung eines PXI-Systems stehen beliebige Plattformen zur Verfügung. MXI-Express bzw. das MXI-4-Kit (Ausführung als serielles Kupfer- oder Glasfaserkabel) sind mit jedem Desktop-PC und jedem beliebigen Standard von Workstations oder Servern kompatibel. Erfahren Sie mehr zur Steuerung von PXI-Systemen über den PC.

Durch den Einsatz dezentraler PXI-Controller für die Fernsteuerung eines PXI-Systems mittels Desktop-PC bzw. Laptop lässt sich die Prozessorleistung auf ein Höchstmaß steigern – und das bei minimalen Kosten. Sämtliche Produkte für die dezentrale Steuerung von Anwendungen arbeiten softwaretransparent, so dass keine zusätzliche Programmierung erforderlich ist.

PXI-Embedded-Controller

Werden Embedded-Controller eingesetzt, dann erübrigen sich externe PCs, so dass ein PXI-Chassis sogar das komplette System beherbergen kann. In der Regel bestehen PXI-Embedded-Controller aus Standard-PC-Komponenten im kompakten PXI-Paket. So verfügt beispielsweise der Controller NI PXI-8105 über den Dual-Core-Prozessor Intel T2500 mit 2,0 GHz, bis zu 2 GB DDR2-RAM, eine Festplatte und gängige PC-Peripheriegeräte wie ExpressCard-, Hi-Speed-USB-, Ethernet-, GPIB-, serielle und parallele Anschlüsse. Es gibt zwei Arten von PXI-Embedded-Controllern:

  • PXI-Embedded-Controller mit Windows
  • Echtzeitfähige PXI-Embedded-Controller


PXI-Embedded-Controller mit Windows:

Die PXI-Embedded-Controller mit Windows umfassen Standard-PC-Merkmale, wie z. B. eine integrierte CPU, Festplatte, RAM, Ethernet- und Videoanschlüsse, Tastatur/Maus, serielle und USB-Anschlüsse sowie weitere Peripheriekomponenten. Microsoft Windows und erforderliche Gerätetreiber sind bereits installiert. Da die Controller über Microsoft Windows verfügen, ist das Arbeiten nicht anders als mit einem PC oder Laptop. Die Anwendungssoftware ist ähnlich der Software in einem PC oder Laptop, wie etwa Microsoft Office Word, Excel und PowerPoint.

Echtzeitfähige PXI-Embedded-Controller:

Echtzeitfähige PXI-Embedded-Controller bieten ebenfalls Standard-PC-Funktionen und ein Echtzeitbetriebssystem wie beispielsweise LabVIEW Real-Time oder VxWorks. So stehen echtzeitfähige, deterministische und zuverlässige Ein- und Ausgänge für Mess-, Automatisierungs-, Steuer- und Regelanwendungen zur Verfügung. Da PXI-Controller der RT-Serie über Ethernet konfiguriert und programmiert werden können, lässt sich eine Echtzeitapplikation über ein Netzwerk verteilen und fernüberwachen. Diese Controller wurden für Anwendungen entwickelt, die eine deterministische, zuverlässige Ausführung erfordern und dabei weder Tastatur, noch Maus oder Bildschirm benötigen.

 


Abb. 5: Der PXI-Embedded-Controller PXI-8105 von National Instruments mit 2,0 GHz und Dual-Core. Der Controller integriert PC-Peripherietechnologien wie Tastatur, Maus, Bildschirmschnittstellen, Festplatte, USB- und Ethernet-Ports, serielle Anschlüsse, ExpressCard sowie weitere Standard-PC-Peripheriekomponenten. Er unterstützt Standardbetriebssysteme wie Windows 2000/XP und kann mit LabVIEW Real-Time eingesetzt werden.


Embedded-Controller eignen sich für mobile Systeme und sehr kompakte Anwendungen. Erfahren Sie mehr zu PXI-Controllern.

PXI-Peripheriemodule

National Instruments hat über 100 verschiedene PXI-Module im Angebot, und da es sich bei PXI um einen offenen Industriestandard handelt, gibt es inzwischen an die 1200 Produkte der mehr als 70 Mitgliedsunternehmen der PXI Systems Alliance.

 

  • Analogein- und -ausgang
  • Boundary Scan
  • Busschnittstelle und -kommunikation
  • Modulträger
  • Digitalein- und -ausgang
  • Digitale Signalverarbeitung
  • Funktionstest und Diagnostik
  • Bilddatenerfassung
  • Experimentierplatinen
  • Computerbasierte Messgeräte
  • Motorsteuerung
  • Netzgeräte
  • Aufwärts-/Abwärtswander
  • Schaltmodule
  • Timing-Ein- und -Ausgangsmodule
  • HF und Kommunikation

Da PXI direkt kompatibel mit CompactPCI ist, kann jedes 3U messende CompactPCI-Modul in einem PXI-System eingesetzt werden. Eine in Kategorien unterteilte Liste der von National Instruments und seinen PXI-Produktpartnern angebotenen Module ist unter ni.com/pxi erhältlich.

  Durch Verwendung von PXI werden außerdem bereits getätigte Investitionen in Stand-alone-Geräte oder VXI-Systeme gewahrt, da für die Kommunikation mit solchen Systemen Standard-Hard- und -Software verfügbar ist. Der Anschluss eines GPIB-gestützten Instruments an ein PXI-System z. B. gestaltet sich mit einem PXI-GPIB-Modul nicht anders als mit einem PCI-GPIB-Modul. Auch die Software ist identisch. Überdies stehen etliche Methoden zur Erstellung von Hybridsystemen zur Verfügung, die eine Anbindung von PXI-, USB-, LAN/LXI-, VXI- und Stand-alone-Geräten ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie im Whitepaper Integrating LXI, USB, PXI Express, and Other Standards into a Hybrid Test System.

Softwarearchitektur

Da sich PXI-Hardware auf Standard-PC-Technologien wie den PCI-Bus sowie Standard-CPUs und -Peripheriegeräte stützt, ist auch die Softwarearchitektur, die auf Standard-Windows-Technologien basiert, dem Anwender vertraut. Die Entwicklung und der Einsatz der Windows-gestützten PXI-Systeme erfolgen in exakt derselben Weise wie bei Windows-basierten PCs. Auch die Programmierung der Kommunikation mit den PXI-Geräten ist in den meisten Fällen identisch mit der von PCI-Geräten, da die PXI-Backplane den PCI- bzw. PCI-Express-Bus nutzt, der sich mittlerweile als Industriestandard etabliert hat. So entspricht beispielsweise die Software für die Kommunikation mit einem Multifunktions-Datenerfassungsmodul NI PXI-6251 genau der einer PCI-6251-Karte in einem PC. Aus diesem Grund müssen Applikationssoftware, Beispielcode und Programmiermethoden nicht umgeschrieben werden, wenn von einem PC- auf ein PXI-System migriert werden soll oder umgekehrt.


Abb. 6: Zwei verschiedene Formfaktoren – ein Softwarestandard. Die Kommunikation mit PXI-Modulen (unten) und PCI-Modulen (oben) basiert auf derselben Softwarearchitektur.

Alternativ zu Windows-gestützten Systemen können Echtzeit-Softwarearchitekturen für zeitkritische Anwendungen eingesetzt werden, bei denen deterministische Schleifenfrequenzen und die Durchführung von Aufgaben ohne Tastatur, Maus und Monitor (= Headless-Betrieb) erforderlich sind. Nähere Informationen zum Einsatz von LabVIEW Real-Time in PXI-Systemen erhalten Sie unter www.ni.com/realtime/d.

PXI - eine standardisierte Industrieplattform

Jeder Bus ist einzigartig und hat bestimmte Vorteile. So eignet sich beispielsweise USB ausgezeichnet für den einfachen Desktop-Anschluss, LAN/Ethernet bietet sich für verteilte Systeme an und PCI sowie PCI Express liefern ausgezeichnete Leistung für automatisierte Prüfsysteme. Für Anwendungen, die modular umgesetzt werden sollen, ist mit weniger Kosten und Platz zu rechnen, wenn Chassis, Backplane und Prozessor gemeinsam genutzt werden. Ebenso möglich sind ein schnellerer Durchsatz durch eine Hochgeschwindigkeitsverbindung mit dem Host-Rechner sowie größere Flexibilität und Langlebigkeit durch anwenderdefinierte Software.

Die Spezifikation PXI, die auf PCI und PCI Express der neuesten Generation basiert, ist der am schnellsten wachsende Mess- und Prüfstandard seit GPIB. PXI ist für die Anforderungen jetziger und zukünftiger modularer Messgeräte bestens gerüstet. Der Standard wird von über 70 Anbietern, die zur PXI Systems Alliance gehören, durch über 1200 derzeit verfügbare Produkte und einem voraussichtlichen jährlichen Wachstum von 25 % bis 2011 (Frost & Sullivan, 2005) getragen. Im Wesentlichen teilen sich alle Messgeräte in einem PXI-System Stromversorgung, Chassis und Controller. Bei alternativen Ansätzen werden Stromversorgung, Chassis- und Controller-Anzahl für jedes Messgerät verdoppelt, was dann Kosten und Größe erhöht und die Zuverlässigkeit beeinträchtigt. Bei PXI kann der Controller ein leistungsstarker Embedded-Controller am Steckplatz 0, ein Desktop-PC, Laptop oder Server-Class-PXI-Controller sein. Wird eine schnellere Verarbeitung erforderlich, kann der Controller eines PXI-Systems leicht erweitert werden. Bereits vorhandene Ausstattung kann wieder verwendet werden, wenn PXI zur Steuerung von USB-, GPIB-, LAN/LXI-, seriellen und VXI-Geräten eingesetzt wird.


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Abb. 7: PCI und PCI Express bieten die höchste Bandbreite und die geringste Latenz. Dadurch wird die Testzeit verringert und Flexibilität und Langlebigkeit durch anwenderdefinierte Software ermöglicht.

Modulare Messgeräte erfordern einen Bus mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit und geringer Latenz, damit Messgerätemodule mit dem gemeinsam genutzten Prozessor zur Durchführung anwenderdefinierter Messungen verwendet werden können. PXI erfüllt diese Anforderungen mit einer Bandbreite von bis zu 2 GB/s für jeden Steckplatz. Ein modulares Erfassungssystem für die Hochfrequenztechnik soll an dieser Stelle als Beispiel dienen. PXI kann 16-bit-IF-Daten mit 100 MS/s von zwei Kanälen direkt an einen Prozessor zur weiteren Verarbeitung übertragen. Weder LAN noch USB können diese Anforderungen erfüllen, deshalb umfassen diese Geräte immer einen herstellerdefinierten Embedded-Prozessor. Standards mit hohen Bandbreiten wie beispielsweise PXI stellen einen echten softwaredefinierten Ansatz bereit, der für die modulare Messgerätetechnik erforderlich ist.

Warum sich Kunden für PXI entscheiden

Höherer Datendurchsatz

Jede Anwendung ist einzigartig und stellt bestimmte Anforderungen. Allerdings sind Bandbreite und Latenz für viele Anwendungen zwei wichtige Eigenschaften einer Plattform.  Die Latenz ist zumeist bei der Einzelpunktverarbeitung wie etwa Digitalmultimeter/Switch-Scanning bestimmend und die Bandbreite bei Daten-Streaming-Anwendungen wie etwa bei Stimulus-Response-Tests mit kompletten Signalverläufen. PXI bietet eine hohe Geschwindigkeit für eine große Palette von Anwendungen aufgrund hoher Bandbreite und geringer Latenz über den PCI- bzw. PCI-Express-Bus (siehe Abb. 7).

Timing und Synchronisation

Viele Mess- und Automatisierungsanwendungen benötigen erweiterte Timing- und Synchronisationsfunktionen, die nicht direkt über Standard-I/O-Busse im PC, wie z. B. PCI, PCI Express, Ethernet, LAN und USB, implementiert werden können. PXI bietet dafür entsprechende Funktionen:

  • Differenzieller Referenztakt von 100 MHz
  • 10-MHz-Referenztakt
  • Differenzieller Star-Trigger
  • Star-Trigger-Bus mit meanderförmig angelegten Triggerleitungen gleicher Länge, die Verzögerung und Laufzeitunterschied zwischen Modulen minimieren
  • Triggerbus zum Senden und Empfangen von Hochgeschwindigkeitssignalen für Timing und Triggerung
  • Differenzielle Signale für die Synchronisation mehrerer Chassis

Systemzuverlässigkeit

In der PXI-Spezifikation sind Anforderungen an PXI-Systeme definiert, durch die sich diese Systeme für raue Umgebungen eignen. PXI-Module umfassen die äußerst leistungsfähigen IEC-Stecker und die soliden Chassis im Eurocard-Format, die auch für CompactPCI eingesetzt werden. PXI definiert zudem spezielle Anforderungen an die Kühlung und die Belastbarkeit, so dass ein PXI-System auch in rauen Industrieumgebungen funktionstüchtig ist. Aufgrund der Modularität ist die Konfiguration, Neukonfiguration und Reparatur eines PXI-Systems ein Leichtes und führt zu einer geringen mittleren Reparaturzeit. Da PXI modular angelegt ist, können einzelne Module und Komponenten durch neuere ersetzt werden, ohne dazu das gesamte System auszutauschen.

Verringerte Systemkosten

Da es sich bei PXI um eine PC-basierte Plattform handelt, stellt diese die äußerst präzisen Messgeräte, die Synchronisation sowie die Timing-Funktionen zu einem günstigen Preis bereit. Die niedrigen Kosten von PC-Komponenten machen jedoch nur einen Teil der Ersparnisse aus, die PXI ermöglicht. Wird PXI genutzt, so kommen dasselbe Betriebssystem und dieselbe Anwendungssoftware, so etwa Microsoft Excel und Word, im Büro und auch in der Produktionsstätte zum Einsatz. Da die Software bereits bekannt ist, entfallen Kosten für Schulungen und die Notwendigkeit, das Personal jedes Mal, wenn ein neues System implementiert wird, neu einzuarbeiten. Da die PC-Technologie die Grundlage für PXI bildet, profitiert der Anwender von niedrigen Kosten für die Komponenten, bekannter Software und der Wiederverwendbarkeit des Systems.

Erweiterung der PXI-Plattform – PXI Express

Bei der PXI-Express-Technologie handelt es sich um die neueste Ergänzung zur PXI-Plattform. Die PXI-Express-Spezifikation integriert die bei PCI Express verwendete Signalisierung in den PXI-Standard. Dadurch erhöht sich die mögliche Datenrate der Backplane um das 45fache von 132 MB/s auf 6 GB/s. Sie erweitert zudem die Timing- und Synchronisationsfunktionen von PXI, da sie einen differenziellen Referenztakt von 100 MHz und differenzielle Trigger bereitstellt.

Die PXI-Express-Spezifikation ergänzt PXI und bleibt überdies abwärtskompatibel.

Software: PCI Express ist softwareseitig vollständig kompatibel zu PCI. Dadurch können Betriebssystem, Treiber sowie Anwendungssoftware ohne Veränderung beibehalten werden. Diese Softwarekompatibilität wird von der PCI Special Interest Group (PCI-SIG) sichergestellt. Dabei handelt es sich um ein Konsortium, das sich aus Mitgliedsunternehmen wie Intel zusammensetzt und die Entwicklung und Verbesserung der Standards PCI und PCI Express pflegt.

Hardware: PXI-Express-Chassis stellen Hybridperipheriesteckplätze bereit, die sich für PXI-Express-Peripheriemodule und für mit Hybridsteckplätzen kompatible PXI-Peripheriemodule eignen. Diese Peripheriesteckplätzen bieten sowohl Signalisierung für PCI als auch für PCI Express.

Programmcode, der für frühere PXI-Systeme geschrieben wurde, kann mit PXI-Express-Systemen verwendet werden, da PXI Express vollständig softwarekompatibel zu PXI ist. Softwarekompatibilität besteht zu Betriebssystemen wie beispielsweise Windows XP und Linux, Anwendungssoftware wie Microsoft Office und NI LabVIEW sowie Anwendercode wie LabVIEW-VIs und C++-Projekte. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Webseite PXI Express.

Zusammenfassung: PXI ist eine dem Industriestandard entsprechende Plattform für die Messgerätetechnik

Die Spezifikation für die modulare Instrumentierung mit PXI definiert eine robuste Plattform für in der Mess- und Automatisierungstechnik eingesetzte Industrie-PCs, die sich die Vorteile der technologischen Fortschritte in der Standard-PC-Industrie zunutze macht. Aufgrund dessen, dass der Standard-Bus PCI bzw. PCI Express in allen modularen PXI-Systemen zu finden ist, können diese Systeme mit gängigen Hard- und Softwarekomponenten kombiniert werden. Die auf PXI-Systemen lauffähigen Anwendungen und Betriebssysteme sind exakt dieselben wie diejenigen, die auf ganz normalen Desktop-Rechnern zu finden sind, weshalb der Anwender bestens damit vertraut ist. Durch ein solides, für Industrieumgebungen geeignetes Gehäuse, eine Vielzahl an I/O-Steckplätzen sowie Funktionen, die anspruchsvolles Timing und Triggern erlauben, kann PXI auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Wenn Sie weitere Informationen zu PXI inklusive Links zur Produktseiten, Preisen, Datenblättern und Spezifikationen wünschen, besuchen Sie uns unter ni.com/german/pxi! Bei weiteren Fragen stehen Ihnen unsere technischen Vertriebsmitarbeiter gern unter 089 7413130 oder per E-Mail zur Verfügung

Relevante NI-Produkte und -Whitepapers

National Instruments, ein führendes Unternehmen in der Automatisierungsbranche, möchte Hardware- und Softwareprodukte zur Verfügung stellen, mit denen Anwender diese Testsysteme der nächsten Generation entwickeln können.

Software:

NI TestStand (Testmanagementarchitektur)

LabVIEW (grafische Programmierumgebung)

Signal Express (interaktive Messsoftware)

Hardware:

Modulare Messgeräte (Oszilloskope, Multimeter, HF-Geräte, Schaltmodule u. v. m.)

Multifunktionsdatenerfassung

Komponenten für PXI-Systeme (Chassis und Controller)

Gerätesteuerung (GPIB, USB und LAN)

Whitepapers:

NI stellt den Leitfaden Designing Next Generation Test Systems Developers Guide zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Whitepapers, die den Leser bei der Entwicklung von Prüfsystemen, die Kosten senken, den Prüfdurchsatz erhöhen und an künftige Anforderungen angepasst werden können, unterstützen sollen. Der gesamte Leitfaden (120 Seiten) kann auf ni.com/automatedtest heruntergeladen werden.

   

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Dieses Tutorium ("Tutorium") wurde von National Instruments ("NI") entwickelt. Auch wenn National Instruments dieses Tutorium technisch unterstützt, ist es jedoch möglich, dass dieses Tutorium nicht umfassend getestet und überprüft wurde. NI übernimmt weder Garantien bezüglich der Qualität des Tutoriums noch bezüglich der weiteren technischen Unterstützung neuer Versionen ähnlicher Produkte und Treiber. DIESES TUTORIUM WIRD IM "IST-ZUSTAND" ZUR VERFÜGUNG GESTELLT UND NI ÜBERNIMMT KEINERLEI GARANTIEN. AUSFÜHRLICHERE ERLÄUTERUNGEN ZU ANDEREN EINSCHRÄNKUNGEN ENTNEHMEN SIE BITTE DEN NUTZUNGSBEDINGUNGEN AUF NI.COM (http://ni.com/legal/termsofuse/unitedstates/us/).