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Dokumententyp: Tutorium
Von NI unterstützt: Ja
Veröffentlichungsdatum: 18.07.2007


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Wege durch das ASAM-Datennetz

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Übersicht

Das vorliegende Dokument beschreibt das ASAM ODS-Modell und das Datenformat ATF/XML. Sie können in DIAdem anhand dieses Modells unterschiedliche Perspektiven auf Daten erzeugen und es damit Ingenieuren ermöglichen, individuelle Sichten auf die für sie relevanten Daten zu erhalten. Ein Beispiel verdeutlicht die Flexibilität von Daten, die mittels ASAM ODS abgelegt sind. Das Dokument erläutert das zugrunde liegende Datenmodell und zeigt mögliche Anpassungen auf.

ASAM ODS

ASAM ODS ist ein objektorientiertes, vom ASAM e.V. definiertes Basismodell. Die Isolation grundsätzlicher Elemente einer Mess- und Automatisierungsumgebung gewährleistet eine standardisierte Interpretation von Daten vielfältiger Anwendungsbereiche. Im Modell definierte Methoden und Regeln ermöglichen es dem Anwender, das Basismodell an die eigenen Anforderungen anzupassen.
Genormte Austauschformate und standardisierte Schnittstellen ermöglichen den Datenaustausch zwischen ASAM ODS-kompatiblen Plattformen über relationale Datenbanken oder über das XML-basierte Dateiformat ATF/XML.
 

ATF/XML

Das im folgenden beschriebene Beispiel verwendet zur Datenspeicherung das ISO-standardisierte ATF/XML-Format. Dieses Format ist XML-basiert und enthält ein Modell, das Bausteine aus dem Baukasten des ASAM ODS-Basismodells verwendet. Die ATF/XML-Datei beschreibt ein so genanntes Applikationsmodell, das das Basismodell auf die eigenen Bedürfnisse anpasst. Die Daten werden dann entsprechend dem definierten Modell ebenfalls in der Datei abgelegt.
 

Datenmodell

Die folgende Grafik stellt das im beschriebenen Beispiel angewandte Datenmodell dar. Dieses Datenmodell verwendet Elemente aus dem ASAM ODS-Basismodell, die eine möglichst universelle Struktur für Daten aus dem Bereich der Mess- und Automatisierungstechnik bieten.
In der Grafik stellt jeder Kasten ein verwendetes Element dar. Der Name des Elements befindet sich jeweils in dem Kasten. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen sind mit schwarzen Linien gekennzeichnet. In Klammern gibt die Grafik jeweils die Klasse des ASAM ODS-Basismodells an, von dem das Element abgeleitet wird. Sie können die Namen der Elemente bei der Erstellung des Applikationsmodells frei wählen und somit leicht an eigene Anwendungen anpassen. Das Beispiel verwendet eine Umgebung für die Daten von Motorentests.
 
 

Beschreibung der verwendeten Elemente

  • TestBed (AoTest): Der Knoten vom Typ AoTest bildet das erste Element der ASAM-Haupthierarchie, die durch den grünen Hintergrund gekennzeichnet ist. Im Beispiel heißen Instanzen diesen Typs TestBed und bezeichnen verschiedene Teststände. Über ein Relationsattribut stehen diese Elemente mit den Tests eines Teststands in Verbindung.
  • Test (AoSubtest): Elemente diesen Typs bezeichnen Tests, die an einem bestimmten Teststand ausgeführt wurden. Die folgenden Relationsattribute verbinden diese Elemente mit zugehörigen Elementen:
    • Zu einem Test gehören verschiedene Messungen: Measurements
    • Der Test wurde am Teststand TestBed durchgeführt
    • Der Test-Ingenieur, der den Test durchgeführt hat: TestEngineer
    • Der Prüfling, an dem die Tests durchgeführt wurden: Engine
  • User(AoUser): Auf diese Elemente des Datenmodells sind die Ingenieure abgebildet. Im Beispiel gibt es Test-Ingenieure und Design-Ingenieure. Es ergeben sich folgende Verbindungen für die User-Instanzen:
    • Die Tests eines Test-Ingenieurs: Tests
    • Die Motoren eines Design-Ingenieurs: Engines
  • Engine (AoUnitUnderTest): Instanzen dieser Klasse sind verschiedene Motoren, an denen Tests durchgeführt wurden. Es gibt Verbindungen zu
    • dem Design-Ingenieur, der den Motor entwickelt hat: DesignEngineer
    • den Tests, die an diesem Motor durchgeführt wurden
  • Measurement (AoMeasurement): Elemente dieses Typs enthalten die verschiedenen Messungen, die zu den einzelnen Tests gehören. Eine Messung entspricht einer aus dem TDM-Datenmodell bekannten Kanalgruppe (ChannelGroup).
  • MeaQuantity (AoMeasurementQuantity): Instanzen dieser Klasse beinhalten die Messgrößen, die zu einer Messung gehören, beispielsweise Geschwindigkeit, Druck oder Temperatur. Hier finden die Massendaten ihren Weg ins Datenmodell, entweder direkt in der ATF/XML-Datei oder separat in einer binären Datei. Es bestehen Verbindungen zur
    • zugehörigen Messung: Measurement
    • Einheit, die diese Messgröße besitzt: Unit
Eine Messgröße entspricht einem aus dem TDM-Datenmodell bekannten Kanal (Channel).
  • Unit (AoUnit): Dieses Element spezifiziert die physikalische Einheit, in der die Werte einer Messgröße vorliegen, beispielsweise g, kg, mg oder lbs. Die Unit setzt sich aus den physikalischen Einheiten des SI-Systems, einem Skalierungsfaktor und einem Offset zusammen.


Individuelle Sichtweisen auf die Daten

Ein großer Vorteil der Datenablage nach dem ASAM ODS-Standard ist die Flexibilität. In einer typischen Umgebung, in der Daten gewonnen werden, betrachten unterschiedliche Beteiligte die Daten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. In der gezeigten Beispiel-Umgebung sehen Sie beispielsweise, dass der Design-Ingenieur einen anderen Startpunkt zur Analyse der Daten wählt als der Test-Ingenieur.

Blickwinkel des Design-Ingenieurs

Blick des Design-Ingenieurs                    


Use Case: Danny Designer hat Rückmeldung bekommen, dass ein von ihm entwickelter Dieselmotor Probleme bei langen Fahrten bereitet. Daher möchte er die Ergebnisse der Tests, die dieser Motor absolviert hat, noch einmal analysieren. Besonderen Wert legt er dabei auf den Ausdauertest.
Er fordert alle Tests zu dem betreffenden Dieselmotor an. Dann wählt er die Ausdauertests aus und lädt die zugehörigen Daten in DIAdem.
 

Blickwinkel des Test-Ingenieurs

Testingenieurs view      TestIngs View



Use Case: Tim Tester möchte alle Ausdauertests auflisten, die er durchgeführt hat, um sein Testverfahren zu verbessern. Zuerst fordert er alle Tests an, die er durchgeführt hat. Dann trifft er seine Auswahl aus der Liste und analysiert anhand der Messungen sein Testverfahren.

Getestete Motoren

enginesTestIngView


Use Case: Ein Produkt-Manager möchte sich einen Überblick darüber verschaffen, ob das Testverfahren, das ein neuer Motor absolviert hat, ausreichend war. Er startet seine Suche bei den einzelnen Motoren, sucht sich dort den gewünschten Motor aus und analysiert die einzelnen Tests dieses Motors.

Eingesetzte Prüfstände:

Testbeds   TestBed View

Use Case: Ein Werksleiter möchte sich Überblick darüber verschaffen, welche Tests auf einem bestimmten Prüfstand seines Werks durchgeführt werden. Aus der Liste der verschiedenen Teststände sucht er sich den gewünschten Teststand aus und analysiert die darauf stattfindenden Tests. 

Erweiterung und Anpassung des Datenmodells

Customization

Das vorliegende Beispiel bezieht sich auf Tests in der Motorenentwicklung. Sie können aber sehr leicht Änderungen und Erweiterungen durchführen, um das verwendete Datenmodell an andere Anwendungsfälle anzupassen.

Sie können beispielsweise den Elementen vom Typ AoUnitUnderTest, in unserem Beispiel Engine, den Namen der zu testenden Objekte geben, beispielsweise Auto, Waschmaschine, Prozessor oder Solarzelle. Sie können also die individuellen Details der Anwendungsumgebung auf das Datenmodell abbilden. Weitere Anpassungsmöglichkeiten bietet das Verändern oder Hinzufügen von Attributen der einzelnen Elemente. In obiger Abbildung ist eine mögliche Individualisierung der Elemente User und Engine gezeigt.

Beispiel

Kern des Beispiels bildet die auf ATF/XML basierende Datei database.atfx, die das ASAM-Datenmodell enthält. Da sich die dazu erforderlichen DIAdem-Befehle nicht unterscheiden, könnten Sie stattdessen auch eine ASAM-Datenbank verwenden. Die Datei beinhaltet eine relativ große Anzahl von Instanzen der verschiedenen Elemente (TestBed(44), Test(347), Measurement(1181), MeaQuantity(5905), User(87), Engine(172), Unit(32)).

Die unterschiedlichen Instanzen bilden ein komplexes Netz, in dem Sie mit einer gewöhnlichen Baumstruktur, wie sie in vielen Datei-Browsern zum Einsatz kommt, nur schwer navigieren können. Hier schafft das ASAM-Datenmodell Abhilfe. Die Definition unterschiedlicher Sichten erlaubt die Anpassung der Navigation auf die Bedürfnisse der einzelnen Benutzer, wie es das folgende Beispiel zeigt.

Starten des Beispiels

Führen Sie folgende Schritte aus, um das Beispiel zu starten:

  1. Laden Sie die gepackte Datei herunter.
  2. Entpacken Sie diese Datei.
  3. Laden Sie die Datei Example.vbs in DIAdem-SCRIPT.
  4. Starten Sie die Datei über die Schaltfläche Script ausführen. Das Script öffnet das unten dargestellte Browser-Fenster mit den Daten der Datei database.atfx.
Die folgende Darstellung zeigt das Hauptfenster des Beispiels, das die Flexibilität von ASAM ODS verdeutlicht. Über die grün umrandete Liste schalten Sie zwischen den verschiedenen Sichten auf die generierten Daten hin und her. Der Browser im unteren Bereich der Darstellung zeigt je nach Auswahl andere Startelemente:
  • Testbeds: Start bei den Testständen
  • Test Engineers:  Start bei den Test-Ingenieuren
  • Engines: Start bei den verschiedenen Motoren
  • Design Engineers: Start bei den Design-Ingenieuren
  • Create_Measurement: Zeigt die Standardansicht des ASAM-Datenservice. In dieser Einstellung browsen Sie durch die ASAM-Haupthierarchie.

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Sie können die Auswahl der jeweiligen Startobjekte über vordefinierte Filter einschränken. Sie können beispielsweise nur die Test-Ingenieure anzeigen, die in Block D arbeiten und Tests vom Typ C gemacht haben. Sie haben also die Möglichkeit, gesuchte Daten aufgrund besonderer Merkmale zu finden und in DIAdem zu laden, um diese Daten weiter zu analysieren.


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Weitere Informationen zu den ASAM ODS-Befehlen, dem verwendeten Browser-OCX und dem ASAM-Datenservice finden Sie in der DIAdem-Hilfe.

Referenzen

Downloads

explasamdatanet.zip

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